Grundlagen

Das Transportieren von Verletzten ist eine der sensibelsten Tätigkeiten der Feuerwehr. Falsch gelagerte oder unzureichend fixierte Patienten können durch den Transport Sekundärverletzungen erleiden. Die FwDV 1 (Kap. 15) beschreibt die wichtigsten Methoden und Hilfsmittel.

Sofortrettung vs. schonende Rettung

Grundsätzlich unterscheidet man:

  • Sofortrettung: Unmittelbar lebensbedrohliche Situation – Person wird unverzüglich in Sicherheit gebracht, auch ohne optimale Lagerung. Leben geht vor Schonlagerung.
  • Schonende Rettung: Keine unmittelbare Lebensgefahr – sorgfältige Lagerung, Immobilisation,

Übergabe an Rettungsdienst nach Protokoll

Merke: Sofortrettung nur bei unmittelbarer Lebensgefahr! Wenn Zeit bleibt, immer schonende Rettungstechnik anwenden und den Rettungsdienst einbinden.

Rettungstechniken (FwDV 1, Kap. 15)

Rautekgriff [Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte:] Der Rautekgriff (Rettungsgriff) ermöglicht die Sofortrettung einer bewusstlosen Person aus einem Fahrzeug oder aus dem Gefahrenbereich. Eine Feuerwehrkraft führt die Rettung durch. Krankentrage Die Krankentrage ist das Standardmittel für den liegenden Patiententransport. Einbinden einer verletzten Person auf der Krankentrage: Feuerwehrleine mit Mastwurf kopfseitig am rechten Holm anschlagen; dann Halbschläge in Brusthöhe, Hüfthöhe, oberhalb der Knie; fußseitig am rechten Holm anschlagen; dreifach um die Füße; fußseitig am linken Holm zurück; Halbschläge zurück bis kopfseitig. Schleifkorbtrage Die Schleifkorbtrage wird eingesetzt, wenn eine Person aus Höhen oder schwer zugänglichem Gelände gerettet werden muss. Der Patient wird eingebunden und kann liegend gesichert transportiert werden. Tragestuhl Der Tragestuhl ermöglicht den Transport einer Person in sitzender Position – z. B. in engen Treppenhäusern. Nicht für bewusstlose oder wirbelsäulenverletzte Patienten.

Sicherheitsmaßnahmen

  • Patient immer einbinden bevor Feuerwehrleine belastet wird
  • Auf Gesichtsschutz für die zu rettende Person achten (Kap. 18.1 FwDV 1)
  • Nicht zu zweit ziehen wenn einer ausreichend ist – unnötige Kraftverteilung
  • Wirbelsäulenverletzte immer en bloc – Kopf, Rumpf, Beine in einer Linie
  • Rettungsdienst für medizinische Maßnahmen einbinden

Rechtsgrundlagen

  • FwDV 1 – Grundtätigkeiten Lösch- und Hilfeleistungseinsatz, Kap. 15 (Transportieren von Verletzten)
  • UVV Feuerwehren (GUV-V C53)

Häufige Fehler

  • Sofortrettung auch dann, wenn schonende Rettung möglich wäre
  • Patient auf Trage nicht vollständig eingebunden
  • Kein Gesichtsschutz beim Transport über Leitern
  • Wirbelsäulenverletzte nicht in achsengerechter Lage transportiert

Quellenangaben

Datei: FwDV 1, Stand: September 2006

Kapitel 15 (Transportieren von Verletzten), Seiten 102–105; Kapitel 18 (Retten), Seiten 133ff.

Teilweise ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte und Fachwissen (Rautekgriff, Tragen).