Grundlagen

Funkgeräte sind das Nervensystem der Feuerwehr. Ohne funktionsfähige Kommunikation ist kein koordinierter Einsatz möglich – Befehle kommen nicht an, Atemschutztrupps können nicht überwacht werden, Rückmeldungen bleiben aus. Die Beherrschung der Funkgeräte ist deshalb eine Grundkompetenz jeder Einsatzkraft. Die FwDV/DV 810 (Sprech- und Datenfunkverkehr, Stand: 14.09.2018) regelt bundesweit einheitlich den Betrieb im Digitalfunk BOS (TETRA-Standard) sowie ergänzend den analogen Sprechfunkverkehr. Gerätetypen

Handheld Radio Terminal (HRT) – Handfunkgerät

[Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte:] Das HRT ist das persönliche Funkgerät des Einsatzkräfte. Es wird am Körper getragen und erlaubt freie Beweglichkeit. Typische Merkmale:

  • Gewicht: 300–500 g mit Akku
  • Sendeleistung: 1–3 Watt
  • Reichweite im DMO: 300–800 m (abhängig von Bebauung und Topografie)
  • Akkukapazität: 8–16 Stunden Betrieb
  • Bedienelemente: PTT-Taste (Push-to-Talk), Lautstärke, Rufgruppenauswahl, Notrufknopf
  • IP-Schutzklasse: mind. IP54, viele Geräte IP67 (staubdicht, zeitweise tauchfähig)

Mobile Radio Terminal (MRT) – Fahrzeugfunkgerät

[Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte:] Das MRT ist fest im Fahrzeug eingebaut und nutzt die Fahrzeugantenne für höhere Reichweite. Sendeleistung bis 10 Watt. Bedingt durch die Fahrzeugantenne wesentlich größere Reichweite als HRT.

Digitalfunk BOS – Betriebsarten

Betriebsart Abk. Beschreibung Einsatz

Netzbetrieb TMO Kommunikation über TETRA-Basisstationen; bundeRsewgeeiltfea lRl –e iLcehiwtseteitlelenkommunikation, größere Entfernungen Direktbetrieb DMO Direkte Kommunikation Gerät zu Gerät ohne NetzEinsatzstelle, Gebäude, Tunnel, Netzausfall Gateway – HRT im DMO mit MRT im TMO verbunden Überbrückung DMO/TMO an der Einsatzstelle Repeater – DMO-Gerät verlängert Reichweite anderer DMO-GTeuräntneel, Großgebäude, schlechte Topografie

Merke: Im Innenangriff gilt grundsätzlich DMO! Das TETRA-Netz kann in Gebäuden unzuverlässig sein. Atemschutztrupps kommunizieren per HRT im DMO direkt mit der Atemschutzüberwachung draußen.

Bedienung im Einsatz

  • PTT-Taste kurz drücken – warten bis Quittungston – dann sprechen (Digitalfunk braucht Zeitschlitz!)
  • Sprechtaste ca. 0,5 Sekunden vor dem Sprechen halten
  • Mikrofon ca. 5–10 cm vom Mund entfernt – in Lärm näher, ruhig auch weiter
  • Rufgruppe vor dem Einsatz prüfen – falsche Rufgruppe = keine Verbindung
  • Notruf (0): Sendet priorisiert, alle anderen Teilnehmer werden unterbrochen
  • Status-Taste für Statusmeldungen nutzen – spart Sprechzeit

Statusmeldungen (FwDV/DV 810, Kap. 5.2.1)

Status Bedeutung 0 Priorisierter Sprechwunsch 1 Einsatzbereit über Funk (unterwegs/außerhalb Wache) 2 Einsatzbereit auf Wache 3 Einsatzübernahme (Alarmfahrt begonnen) 4 Einsatzort (an Einsatzstelle eingetroffen) 5 Sprechwunsch (normaler Gesprächswunsch) 6 Nicht einsatzbereit 7 Einsatzgebunden 8 Bedingt verfügbar 9 Quittung / Fremdanmeldung

Sicherheitsmaßnahmen

  • Akkuladung vor jedem Dienst prüfen
  • Ersatzakku bereithalten bei Langzeiteinsätzen
  • Gerät vor Wasser und extremen Temperaturen schützen
  • Kein Funkverkehr in Ex-Bereichen ohne ATEX-zugelassene Geräte
  • Bei Ausfall: Ersatzgerät nutzen oder auf analogen Kanal wechseln
Achtung: In explosionsgefährdeten Bereichen dürfen nur ATEX-zertifizierte Funkgeräte verwendet werden. Standard-HRT kann durch Funkenbildung beim Senden eine Explosion auslösen!

Häufige Fehler

  • Sprechen ohne Wartezeit nach PTT – Digitalfunk kürzt Silben am Anfang
  • Falsche Rufgruppe – Meldungen gehen ins Leere
  • Lautstärke zu gering – Nachrichten werden überhört
  • Akku leer – kein Ersatz vorhanden
  • HRT im Innenangriff auf TMO – keine Verbindung durch Gebäude
Praxistipp: Rufgruppe immer vor Einsatz prüfen und ansagen: 'Hier Florian Mitte 1/10 – Rufgruppe XY – kommen.' So weiß die Einsatzstelle sofort, auf welchem Kanal kommuniziert wird.

Quellenangaben

Datei: FwDV/DV 810 – Sprech- und Datenfunkverkehr, Stand: 14.09.2018

Abschnitt: Kapitel 5.2 (Datendienste, Statusmeldungen)

Abschnitt: Kapitel 5.3 (Gateway und Repeater)

Abschnitt: Anlage 2 (Fachbegriffe)

Teilweise ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte und Fachwissen (HRT/MRT-Technik,

DMO/TMO-Einsatz).