Grundlagen

[Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte:] Einsätze mit Personen unter oder eingeklemmt unter Schienenfahrzeugen gehören zu den taktisch anspruchsvollsten und gefährlichsten Lagen. Der Gleisbereich ist ein Hochrisikoumfeld: Fahrstrom, schwere Waggons, enge Platzverhältnisse und Zeitdruck erzeugen eine extreme Belastungssituation.

Erstmaßnahmen und Gleissicherung

  • Sofort: Leitstelle alarmiert Netz-Betreiber (DB Netz, S-Bahn etc.) – Streckensperrung und

Fahrstromabschaltung anfordern

  • Kein Betreten des Gleisbereichs ohne Freigabe durch Sicherungsposten der Bahn
  • Fahrstrom: 15 kV Wechselstrom (Fernbahn) oder 750 V DC (S-Bahn) – lebensgefährlich!
  • Warten auf 'Strecke gesperrt, Strom abgeschaltet' – Meldung durch Bahnbetriebsleiter
  • Eigensicherung: Fluchtweg, Sicherungsposten, Warnweste Klasse 3
  • Keine Metallleinen oder -leitern in Gleisbereich tragen – Kontaktgefahr
Achtung: Fahrstrom Fernbahn: 15.000 Volt Wechselstrom. Fahrstrom S-Bahn: 750 Volt Gleichstrom. Beides ist sofort tödlich. Der Gleisbereich darf NUR nach offizieller Freigabe durch den Bahnbetreiber betreten werden!

Rettung der eingeklemmten Person

  • Hebekissen und Hebesatz für schwere Waggons einsetzen
  • Hydraulische Rettungsgeräte (Spreizer, Rettungszylinder) für Verkeilungen
  • Immer Rettungsdienst/Notarzt einbinden – medizinische Versorgung parallel zur Rettung
  • Crush-Syndrom beachten: Bei langem Einklemmung droht lebensbedrohliche Umverteilung von

Myoglobin beim Befreien

  • Kommunikation mit dem Patienten aufrechterhalten
  • Dokumentation der Einklemmzeit

Kommunikation mit der Bahn

  • Leitstelle stellt Kontakt zur Notfallnummer der Bahn (0800 512 0512) her
  • Einsatzleiter kommuniziert direkt mit Bahnbetriebszentrale
  • Schriftliche Bestätigung der Streckensperrung und Stromabschaltung einfordern
  • Keine Eigeninitiative beim Schienenverkehr – immer über offizielle Kanäle

Rechtsgrundlagen

  • Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO)
  • Unfallverhütungsvorschrift Feuerwehren (GUV-V C53)
  • Vereinbarungen zwischen Feuerwehr und Bahnbetreiber (meist kommunal geregelt)

Häufige Fehler

  • Gleisbereich vor Streckensperrung betreten
  • Fahrstromabschaltung nicht bestätigt – nur gemeldet
  • Kein Sicherungsposten aufgestellt
  • Crush-Syndrom nicht beachtet – zu schnelle Befreiung ohne medizinische Vorbereitung

Quellenangaben

Dazu befinden sich keine eindeutigen Informationen in den bereitgestellten FwDV-Unterlagen.

Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte und Fachwissen (Bahnsicherheit, Crush-Syndrom,

THL-Taktik).