Grundlagen
Tragbare Leitern sind Leitern, die auf oder in Feuerwehrfahrzeugen mitgeführt, an der Einsatzstelle von der Mannschaft abgenommen und an die vorgesehene Stelle getragen werden. Sie gehören zur Gruppe der Rettungsgeräte und können als Rettungsweg, Angriffsweg oder Hilfsgerät eingesetzt werden. Die FwDV 10 (Stand: November 2019) ist die maßgebliche Dienstvorschrift für den Einsatz tragbarer Leitern. Sie regelt Arten, Rettungs- und Arbeitshöhen, allgemeine Einsatzgrundsätze sowie die Vornahme der einzelnen Leitertypen.
Arten tragbarer Leitern (FwDV 10, Kap. 3)
Leitertyp Besonderheit Typische Rettungshöhe
Steckleiter Modular; Teile werden zusammengestecbkits; 1c–a4. 8T–e9il em Dreiteilige Schiebleiter Ausziehbar; 3 Teile; hohe Reichweite bis ca. 14 m Hakenleiter Mit Haken; für Fenster und Mauerkronenbis ca. 7 m Klappleiter Faltbar; für enge Verhältnisse bis ca. 4 m Multifunktionsleiter Vielseitig; verschiedene Stellungen bis ca. 7 m (je nach Konfiguration)
Allgemeine Einsatzgrundsätze (FwDV 10, Kap. 6)
- An oder auf Verkehrswegen: ausreichende Absicherung
- Leiterfüße nicht auf ungeeignetem Untergrund: keine Kisten, Steinstapel, weicher/glatter Untergrund
- Anlegeleiter muss mindestens 1 m über Austrittsstelle hinausragen (mindestens 3 Sprossen)
- Leiter an sichere Auflagepunkte anlegen und beim Steigen sichern
- Unbesetzte Leiter nicht ohne weiteres entfernen – besonders bei Anleiterbereitschaft
- Richtiger Anstellwinkel: 65°–75°
- Maximale Belastung nach Herstellerangaben einhalten
- Schadhafte Leitern sofort der Benutzung entziehen
- Sicherheitsabstand zu elektrischen Freileitungen einhalten (DIN VDE 0105-100)
Steckleiter (FwDV 10, Kap. 7)
Die Steckleiter ist die flexibelste tragbare Leiter. Durch Zusammenstecken von 1–4 Teilen kann die benötigte Höhe variiert werden. Vornahme durch drei Feuerwehrangehörige (ein Trupp + Melder) oder durch zwei Feuerwehrangehörige.
- Vornahme durch 3 Fa.: 2 Personen tragen Leiter, 1 Person steckt und richtet auf
- Vornahme durch Einstecken am Leiterfuß: Leiterfuß in Boden stemmen, Teile hochschieben
- Vornahme durch Aufstecken: Leiter wird aufgesteckt und aufgerichtet
- Truppführer gibt Kommandos: 'Leiter – Marsch!, Leiter – Richtet auf!, Leiter – Legt an!'
Dreiteilige Schiebleiter (FwDV 10, Kap. 8)
Die dreiteilige Schiebleiter ist die leistungsstärkste tragbare Leiter. Sie ermöglicht Rettungshöhen bis ca. 14 m. Vornahme erfordert mehr Personal (typisch: ein Trupp + Schlauchtrupp). Auszugsseil sichern. Sperrklinken müssen einrasten.
Hakenleiter (FwDV 10, Kap. 9)
Die Hakenleiter hat am Leiterkopf einen Metallhaken zum Einhängen in Fensterbänke oder Mauerkronen. Sie dient zur Rettung aus Obergeschossen über Fensterzugang. Einsatzgrundsätze: Haken muss sicher eingehängt sein, Leiter darf nicht überlastet werden.
Rechtsgrundlagen
- FwDV 10 – Die tragbaren Leitern, Stand: November 2019
- DIN EN 1147 – Tragbare Leitern für die Feuerwehr
- DGUV Vorschrift 49 – Feuerwehren
- DGUV Grundsatz 305-002 – Prüfgrundsätze für Ausrüstung und Geräte der Feuerwehr
- DIN VDE 0132 – Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen (Sicherheitsabstand)
Häufige Fehler
- Anstellwinkel zu flach oder zu steil – Leiter kippt oder rutscht
- Leiter nicht am Leiterkopf gesichert bei Strahlrohreinsatz
- Schlauchleitung auf Leiter verlegt – verboten
- Leiterfuß auf glattem Untergrund ohne Sicherung
- Leiter unter Spannung stehender Freileitung aufgerichtet
- Nach unzulässiger Überlastung: Leiter weiterbetrieben statt ausgesondert
Quellenangaben
Datei: FwDV 10 – Die tragbaren Leitern, Stand: November 2019
Kapitel 2 (Anwendung), Kapitel 3 (Arten), Kapitel 6 (Allgemeine Einsatzgrundsätze)
Kapitel 7 (Steckleiter), Kapitel 8 (Dreiteilige Schiebleiter), Kapitel 9 (Hakenleiter)