Grundlagen
Der Kellerbrand gilt als eine der gefährlichsten und anspruchsvollsten Einsatzlagen für die Feuerwehr. Enge Verhältnisse, mangelnde Belüftungsmöglichkeiten, erhöhte Brandlast durch Lagerung von Hausrat und Gefahrstoffen sowie eine sehr schlechte Sicht machen jeden Kellerbrandeinsatz zu einem Hochrisikoeinsatz. Hinzu kommt: Der Rückzugsweg nach oben ist gleichzeitig der einzige Zugangsweg – und dieser ist oft stark verraucht. Einsatzkräfte, die im Keller den Orientierungssinn verlieren, sind in akuter Lebensgefahr. Dennoch: Menschenrettung erfordert oft den Einsatz.
Besondere Gefahren beim Kellerbrand
- Sehr begrenzte Fluchtwege: Oft nur ein Ein-/Ausgang – Feuer kann diesen blockieren
- Hohe Wärmedichte: Wärme sammelt sich in engen, schlecht belüfteten Räumen
- Unbekannte Brandlast: Lagerräume mit Farben, Lösungsmitteln, Gas-/Ölheizungen
- Schlechte Sicht: Dichter, beißender Rauch bei niedrigen Temperaturen
- Orientierungsverlust: Verwinkeltes Kellerlabyrinth, keine Fenster zur Orientierung
- Einsturzgefahr: Brandeinwirkung auf tragende Kellerwände oder -decken
- Rückzündungsgefahr: Nach Löschangriff verbleibende Glut kann erneut aufflammen
Taktische Vorgehensweise
Erkundung Ist eine Person im Keller vermisst? Ist der Zugang noch möglich? Wie ist die Rauchlage im Treppenhaus? Gibt es alternative Zugangsmöglichkeiten (Kellerfenster, Lichtschächte)?
Treppenhaus schützen
Treppenhaustür zum Keller geschlossen halten. Wenn nötig: Belüftungsmaßnahmen (Tür oben auf, Keller lüften). Treppenhaus ist der Fluchtweg für Bewohner – Priorität!
Innenangriff vorbereiten
Sicherheitstrupp einrichten. Atemschutzüberwachung aktivieren. Mindestens 1 Trupp als Sicherheitstrupp bereit. Druckluftatemschutz für alle vorgehenden Kräfte zwingend. Vorgehen Kellergang von oben erkunden, dann schrittweise vorgehen. Türen nicht schlagartig öffnen. Rauchschicht beobachten. Immer Sichtverbindung zur Schlauchleitung halten. Löschangriff Sprühstrahl bevorzugen – kühlt Rauchschicht und schützt vor Verbrühung. Direktstrahl auf Brandherd nur bei klarer Sicht. Kein Vollstrahl in engen Räumen – Druckentwicklung gefährlich.
Belüftung nach Brand
Nach dem Löschen: Keller belüften. Unterdrucklüfter am Eingang, Abluft über Lichtschächte oder geöffnete Kellerfenster. Langwieriger Prozess – Geduld und ausreichend Kräfte einplanen.
Personensuche im Keller
Bei vermisster Person: Systematische Suche von Raum zu Raum. Wärmebildkamera einsetzen. Suche mit Richtungsleine zur Orientierung. Bei Fund: sofort Rückzug mit Person einleiten – kein Einzelvorgehen.
Rechtsgrundlagen
Dazu befinden sich keine eindeutigen Informationen in den bereitgestellten Unterlagen. [Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte:] FwDV 3 (Einsatzablauf), FwDV 7 (Atemschutzeinsatz), UVV Feuerwehren.
Häufige Fehler
- Treppenhaustür zum Keller offen gelassen – Verrauchung des Fluchtwegs
- Vorgehend ohne Atemschutz wegen 'wenig Rauch'
- Kein Sicherheitstrupp eingerichtet
- Orientierungsverlust wegen fehlender Richtungsleine
- Belüftung vernachlässigt – Keller bleibt tagelung verraucht
Quellenangaben
Dazu befinden sich keine eindeutigen Informationen in den bereitgestellten FwDV-Unterlagen.
Ergänzt durch allgemeine Ausbildungsinhalte, Einsatztaktik und Fachwissen (Kellerbrand).